Neue EU-Vorgaben und Steuerregeln: Was Unternehmer jetzt wissen müssen

Die europäische und nationale Gesetzgebung bringt auch 2025 wichtige Änderungen für Unternehmen mit sich. Besonders betroffen sind die Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD), die Sorgfaltspflichten (CSDDD) sowie die Kleinunternehmerregelung im Umsatzsteuerrecht. Während die EU mehr Zeit für die Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsregeln gewährt, hat das Bundesfinanzministerium die Details zur neuen Kleinunternehmerregelung vorgestellt.

 

Nachhaltigkeitsrichtlinien: Umsetzung verschoben

Die EU hat entschieden, die Anwendung zentraler Regelungen zur Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und zur Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) um zwei Jahre nach hinten zu verschieben. Dieses Vorgehen ist auch als „Stop the Clock“ bekannt.

CSRD: Nachhaltigkeitsberichte erst ab 2027

Unternehmen der sogenannten „Wave 2“, die ursprünglich schon für das Geschäftsjahr 2025 zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet gewesen wären, müssen ihre ersten Berichte nun erst für das Geschäftsjahr 2027 vorlegen.

CSDDD: Sorgfaltspflichten ab 2028

Die neuen Vorschriften zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten gelten für besonders große Unternehmen (über 5.000 Mitarbeitende und 1,5 Mrd. Euro Umsatz) nun erst ab 2028 – ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen.

Fazit für Unternehmer: Die Verschiebung verschafft Unternehmen zusätzliche Vorbereitungszeit und sorgt für mehr Rechtssicherheit. Dennoch ist es wichtig, die nationale Umsetzung im Blick zu behalten. Deutschland muss die CSRD bis 6. Juli 2024 ins nationale Recht übertragen, die Mitgliedstaaten die Omnibus-Richtlinie bis 26. Juli 2027.

 

Neue Kleinunternehmerregelung ab 2025

Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue Vorgaben für Kleinunternehmer. Das Bundesfinanzministerium hat die Einzelheiten dazu veröffentlicht. Ziel der Reform ist eine Vereinfachung der Besteuerung sowie eine Entlastung kleiner Unternehmen.

Umsatzsteuerbefreiung und Steuerausweis

Kleinunternehmer profitieren künftig von einer umfassenden Umsatzsteuerbefreiung. Besonderheit: Weist ein Kleinunternehmer versehentlich Umsatzsteuer aus, handelt es sich nun um einen unrichtigen (statt wie bisher unberechtigten) Steuerausweis. Dieser kann durch eine einfache Rechnungsberichtigung korrigiert werden.

Verzichtsregelung und grenzüberschreitender Handel

Ein bereits vor dem 1. Januar 2025 erklärter Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung bleibt weiterhin mindestens fünf Jahre verbindlich. Zudem wurde ein neues Meldeverfahren eingeführt: Damit können Unternehmer die Kleinunternehmerregelung auch in anderen EU-Mitgliedstaaten anwenden – ein wichtiger Schritt zur Vereinfachung des grenzüberschreitenden Handels.

 

Fazit

Unternehmen sollten die Änderungen im Blick behalten: Während die EU den Zeitplan für Nachhaltigkeitsberichte lockert, bringt das deutsche Steuerrecht ab 2025 konkrete Erleichterungen für Kleinunternehmer.

👉🏼 Sie möchten prüfen, welche Auswirkungen die neuen Regelungen auf Ihr Unternehmen haben? Die Expertinnen und Experten der MTG Wirtschaftskanzlei in Regensburg, Kelheim, Ingolstadt, Straubing und Nürnberg beraten Sie gerne umfassend.

Mehr Neuigkeiten der MTG:

Titelbild zum Blogbeitrag
Nov. 03 2026

Elektronische Entgeltunterlagen ab 2027: Befreiung, Aufbewahrung und Betriebsprüfung

  Ab dem 1. Januar 2027 müssen alle Arbeitgeber ihre ergänzenden Entgeltunterlagen...
Okt. 23 2026

Familienheim steuerfrei erben: Selbstnutzung und Fristen

Kinder können ein von ihren Eltern geerbtes Familienheim unter bestimmten Voraussetzungen...
Okt. 23 2026

Firmenwagen und Energiepreispauschale: Steuerliche Hinweise

Die Umsatzsteuer bei Firmenwagen im EU-Ausland und die Besteuerung der Energiepreispauschale...
Okt. 23 2026

Firmenwagen: Privatnutzung durch Gesellschafter-Geschäftsführer

Bei Gesellschafter-Geschäftsführern kann das Finanzamt eine private Nutzung des Firmenwagens auch...
Okt. 23 2026

Registrierkassenpflicht 2028 und Ist-Besteuerung für Unternehmer

Die geplante Registrierkassenpflicht 2028 und ein aktuelles BFH-Urteil zur Ist-Besteuerung...
Okt. 23 2026

Einkommensteuerreform 2027 und Schulgeld steuerlich absetzen

Die geplante Einkommensteuerreform 2027 sieht mehr Kindergeld und höhere Freibeträge, aber auch...
Okt. 09 2026

GmbH-Unterbeteiligung: BFH klärt steuerliche Behandlung von Gewinnausschüttungen

Die steuerliche Behandlung einer GmbH-Unterbeteiligung kann für Gesellschafter und Unternehmen...
Okt. 09 2026

Zinsen auf Umsatzsteuer: BFH bestätigt Nachzahlungszinsen für Unternehmen

Fehler bei der Umsatzsteuer können für Unternehmen erhebliche finanzielle Folgen haben. Neben...
Okt. 09 2026

Aktuelle Steuernews 2026: Steuerbescheide, Erbschaftsteuer und Betriebseinnahmen

Neue Regelungen und aktuelle Urteile bringen wichtige Änderungen für Steuerzahler, Unternehmen und...
Okt. 09 2026

Homeoffice als Betriebsstätte: 50-%-Regelung gilt auch für Führungskräfte

Kann das Homeoffice eines Arbeitnehmers eine steuerliche Betriebsstätte des Arbeitgebers...